Meine Betriebsweise

Frühjahrsarbeit:
Wie schon erwähnt, stehen die Bienen am Heimbienenstand mitten in einem Föhrenwald und haben in der unmittelbaren Umgebung zahlreiche Frühlingspflanzen als Bienenweide zur Verfügung. Wichtigster Nektarspender ist die Frühjahrsheide (Erika), die Salweide liefert ausreichend Pollen.


Ab Ende Februar gehen die Völker in Brut und ein eifriges Summen erfüllt die Umgebung, wenn die Jungbienen zum ersten Ausflug starten und die Altbienen vor dem Bienenhaus abkoten. Zwei bis drei Leerwaben bzw. überschüssige Futterwaben werden zur späteren Erweiterung vorübergehend in eine Leerzarge gehängt. Die einräumig überwinterten Magazine lasse ich bis zur Kirschblüte unberührt, es sei denn, dass ein Volk nicht in üblicher Weise ausfliegt oder keinen Pollen einträgt. Bei den Völkern auf 2 Zargen wird Ende Februar das Bodenbrett eingeschoben; die Zweizarger hatten über den Winter in der Bienenhütte nur das Varroagitter als Boden, damit ausreichende Luftzufuhr gewährleistet war. Jeder der zwei Zargen wurden im Herbst die 2 Randwaben entnommen und durch Schiede ersetzt.

Ab Ende März werden Schiede schrittweise entnommen und die Zargen erweitert. Alle 10 bis 14 Tage wird eine Mittelwand ans Brutnest gehängt und die Futterwabe dahinter wird zur Reizung der Bienen durch kreuzweise Einschnitte leicht aufgerissen.
Bei einräumig überwinterten Magazinen - bei Jungvölkern aus Kehrschwärmen vom Herbst des vergangenen Jahres - wird zur Zeit der Kirschblüte (Mitte April bis Ende April) ein Zarge (9 Waben-Zander) aufgesetzt. Drei honigfeuchte Waben kommen in die Mitte, je zwei Mittelwände links und rechts davon und am Rand je 1 Schied und eine ausgebaute Waben, die ich von der unteren Zarge nach oben ziehe. Sie werden in der ursprünglichen Zarge bei starken Völkern ebenfalls durch eine Mittelwand und einen Baurahmen für Drohnenbau ersetzt, sonst durch Leerwaben. Die Drohnenbrut muss selbstverständlich nach dem Verdeckeln regelmäßig ausgeschnitten werden. Diese biologische Methode der Varroabekämpfung ist deshalb sinnvoll, da ich bei allen Völkern zur Vermeidung von Wildbau im Hochboden eine Bausperre einlege. Der Baurahmen ist viel einfacher regelmäßig auszuschneiden als der Wildbau im Hochboden.

Aus der oberen Zarge sehr starker zweiräumig überwinterter Völker ohne Schiede werden nach dem Reinigungsflug 2 ältere Leerwaben entfernt und zuerst durch ein Hartkunststoffschied zur Zeit der Kirschblüte durch Mittelwände ersetzt. In unserer Höhenlage bauen die Völker selten mehr als sechs Mittelwände aus.

Im April und Mai entwickeln sich die Bienenvölker durch reichliches Angebot vieler Wiesenpflanzen, vor allem des Löwenzahns und einiger Obstbäume, prächtig. Vor dem Aufsetzen der dritten Zarge wird bei manchen Völkern ein Zargenwechsel durchgeführt, damit die älteren Waben nach oben kommen und auch in der untersten Zarge junger Bau vorherrscht.

Zwischen den zwei Brutzargen und der Honigraumzarge lege ich ein Rundstab-Absperrgitter ein. In den Honigraum kommen noch einmal zwei Mittelwände, der Rest sind wenig bebrütete, helle Waben.

Sommerarbeit:
Im Juni
genügt ein kurzes Ankippen der zweiten Brutzarge zur gelegentlichen Schwarmkontrolle. In gelegentlich guten Honigjahren mit Waldtracht können die besten 10 Völker gegen Mitte bis Ende Juni geschleudert werden. Am Vorabend vor der Entnahme der Honigwaben lege ich einen 10 cm hohen Rahmen mit Fluchtschied oberhalb des Absperrgitters zwischen Honigraumzarge und 2. Brutzarge ein. Nachdem die Honigraumwaben ausnahmslos brutfrei sind (Absperrgitter) sind die Waben am folgenden Vormittag nahezu bienenfrei und können rasch entnommen und durch honigfeuchte geschleuderte Waben ersetzt werden.

Mitte Juni bis spätestens Anfang Juli kommen die abgeräumten Bestvölker zum Wanderstand ins Jamtal bei Galtür und können bei sommerlichem Wetter und guter Tracht den Honigraum mit köstlichem Alpenrosenhonig füllen. Beim Abräumen dieser Völker Ende Juli/ Anfang August und der Reduktion auf eine einzige Zarge (ist zuviel Brut vorhanden, wird zweizargig überwintert) werden mit den überschüssigen Flugbienen Kunstschwärme gemacht. Diese Feglinge nehmen die selbst gezüchteten und auf der Belegstelle Gaistal begatteten Carnica-Reinzuchtköniginnen gerne an.

Schon am Tag nach der Entnahme der Honigräume wandere ich an den Heimstand zurück. Nach dem Einfliegen der Bienen wird der gesamte Völkerbestand mit 6 Liter Zuckerwasser 2 Teile Wasser zu 3 Teilen Zucker gefüttert. (Zu 3 Liter Wasser wird so viel Feinkristallzucker beigefügt, bis 6 Liter erreicht sind.) Ich verwende zur Fütterung flache Futtertröge aus Plastik, die ich auf das Spundloch der selbst angefertigten Deckel meiner Magazine aufsetze. Die Ertragsvölker werden im Abstand von 10 Tagen insgesamt zweimal mit Ameisensäure (85%) schockbehandelt. (2ml pro besetzter Wabe plus 7ml für den Hochboden ergibt 25 ml AS pro Taunus-Zarge.) Dazu wird die das Tierarzneimittel AMO-Varroxal in die Hohlkehle einer Weichfaserplatte geschüttet und diese gestürzt unter dem Volk auf das Das Varroaschied. Das Einschieben erfolgt erst nach dem Zurückweichen der Bienen in Etappen. Die Kontrolle des Abfalls ist auf dem weißen Varroaschied unter dem Varroagitter gut möglich.

Herbstarbeit:
Nach 14 Tagen wird eine weitere Fütterung mit 6 Liter Zuckerwasser durchgeführt. Eine Woche später erhalten die Zweiraumvölker noch einmal 6 Liter Zuckerwasser, die einräumigen nur mehr 3 Liter.

Erst nach der vollständigen Einfütterung (Kontrolle des Bedarfs) Mitte September folgt bei einzelnen Völkern eine dritte Schockbehandlung mittels Ameisensäure, wenn es der Varroaabfall verlangt. Seit Oktober 2005 führe ich bei allen Völkern Ende November oder Anfang Dezember eine Restentmilbung mittels Oxalsäure-Verdampfung (Api-Bioxal) durch.

Winterarbeit:
Wachsgewinnung im Sonnenwachsschmelzer: Er ist das ideale Gerät, um im Laufe des Jahres anfallendes Wachs auszuschmelzen. Das sind zum Beispiel Wachs, das vom Rähmchenüberbau entfernt wird oder auch im Frühjahr oder Sommer ausgeschiedene Waben. Vorteilhaft ist, dass diese kleinen Wachsmengen gleich verarbeitet werden und so nicht den Wachsmotten zum Opfer fallen. Das wertvolle, weil unbelastete Baurahmenwachs und Entdeckelungswachs wird mit dem Dampfwachsschmelzer gewonnen, gesiebt und geklärt. Es dient zur Herstellung von Lipsticks und Wachskompressen für den Eigengebrauch.

Im Winter wird das Wachs aus dem Sonnenwachsschmelzer zum Kerzengießen verwendet. Meine Gattin fertigt Schmuckkerzen mit Aufschriften und Bildern für verschiedene Anlässe an. Die Mittelwände werden nicht selbst gefertigt, sondern von der Imkergenossenschaft Imst gegen eine geringe Umarbeitungsgebühr für Blockwachs eingetauscht.